Auftakt in der 2. Liga Volleyball 10.09.2019

Auftakt in der 2. Liga Volleyball
ViB24.TV-Volleyball Das Team der Skurios Volleys Borken feiert den Meistertitel 2019. (Foto: Verein)

Medieninformation | Volleyball Bundesliga | 10.09.2019

Saisonvorschau: Auftakt in der 2. Liga

154 Tage ohne Zweitliga-Volleyball gehen zu Ende. Die Erholungspause für alle Klubs der 2. Bundesliga ist vorbei. Ab Samstag starten viele Teams wieder mit neuer Kraft und Elan in die Saison 2019/20.

Im Norden mit dabei sind Liga-Neulinge wie VC Allbau Essen und die TuS Mondorf oder Trainer wie Robert Hinz bei Rotation Prenzlauer Berg sowie Spieler wie Ziga Zupanc, auf dem in Bocholt große Hoffnungen ruhen.

Auch im Süden brennen die Aufsteiger auf ihre erste Partie, wollen die Trainer die Fortschritte der Vorbereitung begutachten und die Spieler endlich wieder in den Wettkampfmodus. Bevor es jedoch richtig losgeht, hat die Volleyball Bundesliga den Teamverantwortlichen einige Fragen gestellt.

Was trauen sich die neuen Vereine zu? Welche Ziele stecken sich die Trainer? Was denken die Teammanager über ihre Neuzugänge? Welche offiziellen Saisonziele wurden ausgerufen? Welche Begegnungen könnten hitzig werden? Wo wird die Stimmung am besten sein?

Fragen über Fragen, deren Antworten aus den Vereinen die Volleyball Bundesliga im Anhang für jede der vier Zweitliga-Staffeln gesammelt hat.

Anhänge:

2. Bundesliga Nord Frauen 

VC Allbau Essen – Stralsunder Wildcats 

Die frisch wiederaufgestiegenen Damen aus dem Ruhrpott treffen in der Auftaktbegegnung auf eines der konstantesten Teams der Liga – die Stralsunder Wildcats. Die Frauen vom Strelasund reisen mit einem klar definierten Saisonziel nach NRW. „Obere Hälfte, oberes Drittel, besser als im letzten Jahr“, gibt Trainer André Thiel als Marschroute aus. Auf der anderen Seite ruft Marcel Werzinger, Trainer des VC Allbau Essen, das Minimalziel aus: Klassenerhalt. Dabei helfen könnte die enge Bindung zwischen Trainerteam und Spielerinnen bei Allbau Essen. Zur Erklärung: Im letzten Jahr hielten Essens Trainer und Co‐Trainer um die Hände von Libera Gianna Castiglione und Außenangreiferin Lena Verheyen an – mit Erfolg. Für den Ausgang der ersten Partie der neuen Spielzeit bleibt abzuwarten, ob die jungen Stralsunder Spielerinnen die Abgänge der erfahrenen Lisa Schulmeister und Franziska Kühn kompensieren können und ob sich Aufsteiger Essen sofort dem Bundesliganiveau anpassen kann. 

SV Blau‐Weiß Dingden – DSHS SnowTrex Köln 

Beide Klubs zeichnen sich durch ihren Zusammenhalt, ihre familiäre Stimmung und ihre mannschaftliche Geschlossenheit aus. Aber reichen diese Eigenschaften im direkten Aufeinandertreffen zum Sieg? Die Blau‐Weißen holten in der Sommerpause ein neues Trainerduo sowie eine Zuspielerin und eine Libera an den Königsbach. Aufseiten der Domstädter stehen zwei Neuzugänge aus der eigenen Jugend und der Abgang der langjährigen Kapitänin Pia Weiand zu Buche. Trainer Jimmy Czimek betont auch nach acht Jahren in der 2. Bundesliga, dass „jede Mannschaft ernst zu nehmen“ sei und jeder Verein überraschen könne. Dafür sind die Skurios Volleys Borken im letzten Jahr das beste Beispiel: Platz eins der ungeschlagenen Münsterländerinnen hat auch die Kölner Kapitänin Viola Torliene überrascht. Neben Blau‐Weiß Dingden freut sich Trainer Czimek auf viele weitere Aufeinandertreffen mit Vereinen wie Essen, Emlichheim, Leverkusen und den drei Berliner Vereinen, bei denen ehemalige Studierende der DSHS auf der Trainerbank sitzen. 

TSV Bayer 04 Leverkusen – VfL Oythe 

Exakt die gleiche Begegnung war auch im vergangenen Jahr für beide Vereine der Start in die Saison. Damals mussten sich die Rheinländerinnen mit 0:3 geschlagen geben. Damit diesmal nach dem Spiel drei Punkte auf dem Bayer‐Konto verbucht werden können, wurde personell kräftig rotiert: Acht Spielerinnen und Trainer Tigin Yaglioglu sind neu in Leverkusen. Bei den Damen aus Niedersachsen wurde der Kader ebenfalls auf links gedreht. Sechs neue Spielerinnen stehen künftig für den VfL Oythe auf dem Feld. Die Saisonziele beider Mannschaften unterscheiden sich deutlich. Während Leverkusen sich wieder auf die ersten drei Plätze konzentrieren will, möchte Oythe unter den ersten neun Teams landen. 

BBSC Berlin – RPB Berlin 

Gleich mit richtig Derby‐Geruch beginnt die Saison für die Berlinerinnen aus dem Prenzlauer Berg und aus Treptow‐Köpenick. Das Stadtderby verspricht intensiv zu werden, da mit Linda Bröske und Antonia Heinze zwei Ex‐BBSC‐lerinnen das erste Mal für Rotation das Trikot überstreifen werden. Ansonsten sprechen die letztjährigen Platzierungen der Klubs für ein richtungsweisendes Spiel – 2018/19 trennten beide Teams am Ende nur zwei Punkte voneinander. Robert Hinz, neuer Trainer bei den Berlin‐ Brandenburgerinnen und Teammanager Jelmen Guhlke von Rotation sind sich jedoch bei der Zielsetzung für die neue Spielzeit einig. Es gilt: Gewinnen, um mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben und dabei die Favoriten ärgern. Denn im vergangenen Jahr mussten die Randberlinerinnen bis zum letzten Spieltag zittern und konnten erst gegen VT Hamburg den Klassenerhalt sichern. RPB soll ein Mental‐Trainer helfen, sich von den Abstiegsrängen fernzuhalten. 

BSV Ostbevern – SV Bad Laer 

Das „Nachbarschaftsduell“ – wie Dominik Münch, Trainer beim BSV Ostbevern, sagt – verspricht gleich zu Beginn der Saison ein Höhepunkt zu werden. Alle hoffen beim Duell des Aufsteigers gegen den Neunten aus dem Vorjahr auf eine „volle Hütte“, wie es Teammanager Stefan Bertelsmann formuliert. Die Stimmung in der Beverhalle sollte nach dem Aufstieg auf jeden Fall bundesligatauglich sein. Blickt man auf die Kader, so treffen zwei nahezu unveränderte Teams aufeinander, die für personelle Konstanz stehen. Bei den Kurstädtern aus Bad Laer kommen zehn von elf Spielerinnen aus dem eigenen Nachwuchs. Ostbevern erhält mit zwei Spielerinnen aus der eigenen Jugend ebenfalls vertrauten Zuwachs. Die größten Veränderungen abseits der ersten Mannschaft waren für beide Vereine Investitionen in die Spielhalle. In Bad Laer wurden von der Gemeinde 1,6 Millionen Euro für die Infrastruktur der Halle aufgebracht. In Ostbevern zahlte die Gemeinde das farbig abgesetzte Spielfeld. 

SCU Emlichheim – Skurios Volleys Borken 

Obwohl die Skurios Volleys Borken in der vergangenen Spielzeit in der Mergelberg‐Halle vor 1.100 Fans die Meisterschaft gefeiert haben, spielen die Münsterländer erneut in der 2. Bundesliga. Nach dem Verzicht auf den Aufstieg werden die „Skuriosen“ mit ihrer dominanten Spielweise, ihren außergewöhnlichen Fans und ihrer beliebten Halle in Liga zwei verbleiben. Die übrigen zwölf Teams freut es sehr, dass weiterhin eine großartige Auswärtsfahrt vor großer Kulisse im Terminkalender steht. Trotz der erfolgreichen letzten Saison lautet das Ziel der Frauen aus Borken keineswegs „Titelverteidigung“. „Sicher ist, dass wir in diesem Jahr die Gejagten sein werden“, sagt Teammanager Uli Seyer. Neben den drei Neuzugängen Danielle Nouven, Pia Kramer, Pauline Gravermann können die Skurios Volleys Borken vermelden, dass in dieser Saison auf einem neuen Gerflor‐Boden gespielt wird. Eine Neuerung, die auch positiv auf den kommentierten Livestream der Spiele bei Sporttotal einzahlen wird. Nimmt man die Ergebnisse aus dem Vorjahr als Referenz, steht dem SCU aus Emlichheim – am Ende Tabellensechster ‐ eine schwere Aufgabe ins Haus. In der abgelaufenen Saison setzte es zwei klare Niederlagen (1:3, 0:3) gegen den Meister. 

VCO Berlin 

Die jungen Wilden aus Berlin‐Hohenschönhausen können sich noch eine Woche länger auf den Saisonstart vorbereiten. Da die 2. Bundesliga Nord Frauen in diesem Jahr mit 13 Teams spielt, erhält eine Mannschaft pro Spieltag spielfrei. Am ersten Spieltag trifft es den VCO Berlin. Nach dem letztjährigen Gastspiel in der 1. Bundesliga starten die komplett neu aufgestellten jungen Frauen aus dem Bundeskader der Jahrgänge 2002/03 turnusgemäß wieder in der 2. Bundesliga. Das Team setzt sich aus Regionalligaspielerinnen aus Berlin und anderen Spielerinnen aus Deutschland zusammen. Beim Olympia‐Nachwuchs liegt der Fokus im ersten Schritt auf der individuellen Weiterentwicklung der Spielerinnen und der Umsetzung dieser Fähigkeiten, im zweiten Schritt dann auf dem Meistern des Bundesliga‐Alltags. Ein offizielles Saisonziel wird nicht ausgegeben – ein selbstbewusster Auftritt auf dem Bundesliga‐Parkett wird angestrebt.

2. Bundesliga Nord Männer 

SV Warnemünde – VC Bitterfeld‐Wolfen 

Für den VC Bitterfeld‐Wolfen geht es zwar nicht gleich gegen den Rivalen Chemie Volleys Mitteldeutschland, aber ein Ost‐Derby gegen die Männer aus Rostock ist kaum weniger attraktiv. Mit Martin Krüger vom VfB Friedrichshafen kehrt ein Sohn des Klubs nach Hause und in die 2. Liga zurück. Nach zehn Jahren Reise durch Volleyball‐Deutschland kommt er als Ersatz Travis Hudson, den MVP der vergangenen Saison, nach Sachsen‐Anhalt. Der 25‐Jährige komplettiert mit drei Spielern vom USC Magdeburg den neu zusammengestellten Kader. Mit den neuen Spielern und dem vom VV Grimma gekommenen neuen Trainer Jorge Munari wird Platz vier anvisiert.

USC Braunschweig – CV Mitteldeutschland 

Vorletzter aus der vergangenen Spielzeit gegen den Meister von 2017, 2018 und 2019 – da scheint der Spielverlauf vorgeschrieben. Mit 19 Siegen aus 22 Spielen dominierte das Team aus Leuna die abgelaufene Saison. Aus Braunschweiger Sicht besteht nach zwei Niederlagen (2:3, 0:3) wenig Anlass zur Hoffnung auf einen Sieg. Der CVM wird von allen Teamverantwortlichen der anderen Vereine als Top‐Favorit auf die Meisterschaft gehandelt. Frank Seeger, Trainer beim SV Lindow‐Gransee, meint: „Nur über dieses Team werden die Podiumsplätze erreichbar sein.“ Matthes Behlen vom Kieler TV ergänzt: „Der CVM spielt einfach in einer anderen Liga, was Strukturen und Finanzen angeht.“

TuS Mondorf – VV Humann Essen 

„Mondorf, Mondorf, klein aber fein | du gefällst mir wie du bist, auch ohne Wein“. Die Lokalhymne des kleinen Dorfs zwischen Sieg und Rhein wurde nach dem Aufstiegsspiel gegen den TV Hörde letztes Jahr sicherlich das ein oder andere Mal angestimmt. Spielern und Trainer ist die 2. Bundesliga gänzlich unbekannt, sodass das oberste Ziel im ersten Bundesliga‐Jahr „Klassenerhalt“ lautet. Wenn aber nach dem Spiel gegen die Essener das Mondorf‐Lied in der Kabine angestimmt wird („Von Frohsinn sind wir stets gepaart | das ist so richtige Mondorfer Art.“), könnten vielleicht schon die ersten Punkte verbucht sein.

Kieler TV – SV Lindow‐Gransee 

Der Kiel TV war von Platz drei im vergangenen Jahr selbst ganz überrascht. Trotzdem steht weiterhin die Etablierung in der Liga – am liebsten im Mittelfeld – auf dem Plan. Die Vorbereitung lief getreu dem Motto „Viel hilft nicht immer viel“, damit die Mannschaft wieder mit „viel Bock in die neue Saison“ gehen kann, sagt Trainer Matthes Behlen. Das ist wichtig, denn nicht nur auf dem Feld, sondern auch privat verstehen sich die Kieler Männer bestens. Der Gegner aus Brandenburg möchten mit zwei neuen Akteuren auf dem Feld und dem neuen Trainer Nicolas Poluga Platz eins bis drei erreichen. Die Serie aus der vergangenen Saison ohne Heimspielniederlage möchte der SV Lindow‐Gransee ebenfalls weiter ausbauen. Auswärts wird diese Begegnung jedoch keine leichte, denn fast einstimmig bezeichnen alle Teams der Staffel die Hein‐Dahlinger‐Halle als beste Kulisse für den Volleyballsport in dieser Staffel.

TV Baden – FC Schüttorf 09 

Klassenerhalt in letzter Sekunde. Der TV Baden warf beim letzten Spiel der abgelaufenen Saison gegen den Moerser SC im Tie‐Break alles in die Waagschale und gewann 20:18. So knapp soll es in dieser Spielzeit nicht noch einmal werden. Deshalb gaben die Männer auch bei 30 Grad Außentemperatur Vollgas und ließen sich von der positiven Art von Trainer Ercole Bartolone anstecken. Der verlockende Weserstrand musste für die letzten Sommerwochenenden ausgeblendet werden, denn nur über den Ehrgeiz und intensives Training kann der TV Baden in der 2. Bundesliga verbleiben. Der Kader besitzt keine bundesligaerfahrenen Kräfte und somit auch keine Einzelspieler, die ein Spiel entscheiden können. Das Spiel gegen Schüttdorf gleich zu Beginn „ist für uns etwas ganz Besonderes“, meint Ole Seuberlich, Leistungsträger des TV Baden. Mit seiner Einschätzung, „als Underdog direkt gegen ein Spitzenteam der Liga“ zu spielen, liegt er richtig. Schüttorfs Manager Dietze Lammering spricht der Mannschaft vom TV Baden für das Geleistete seine Hochachtung aus. Trotzdem peilen die Bentheimer mit Platz fünf eine höhere Platzierung als die Weserstädter an. Die größte Aufgabe für den neuen FC‐ Trainer Henk Goor wird sein, aus den „zwölf individuellen Spielern ein Team zu formen“.

TuB Bocholt – Moerser SC 

Auf dem Neuzugang Ziga Zupanc aus Solingen lastet die Hoffnung, die TuB Bocholt in schwierigen Spielen zu entlasten. Diese Situation könnte schon dann eintreten, wenn der Moerser SC in Bocholt gastiert. Der Vorjahresvierte mit Europapokal‐Historie reist selbstbewusst ins Westmünsterland und hat sich zum Saisonziel gesetzt, „so weit oben wie möglich zu landen“, sagt Trainer Martin Schattenberg. Unter dem Motto „Wenn es läuft, dann läuft es – wenn es nicht läuft, dann läuft es nicht“ fiebern die Ruhrgebietler dem Spiel gegen Moers gleich als ersten Höhepunkt der Spielzeit entgegen. Die Turn‐ und Ballsportler wollen mit ihrem „4:2‐System mit Zuspielern, die durch viel Beachvolleyballerfahrung auch im Angriff glänzen“ überzeugen, sagt Bocholts Trainer Sven Böhme. Der Sportclub hingegen möchte durch seine positive Grundeinstellung und die mannschaftliche Geschlossenheit das Spiel für sich entscheiden.

VCO Berlin spielfrei 

Die jungen Spieler aus Hohenschönhausen bereiten sich schon seit geraumer Zeit auf die neue Saison in der 2. Bundesliga vor. Durch die Unterstützung der Sportschule können sie sogar zweimal am Tag trainieren und sich für die anspruchsvolle neue Saison fit machen. Der neue U21‐Bundestrainer Dan Ilott arbeitet mit den maximal 18‐jährigen Spielern auf die U20 Europameisterschaft im Sommer 2020 hin. Dafür bietet die 2. Bundesliga optimale Bedingungen. Lieblingsgegner für die Blondschöpfe, die bei einer Teamaktion während der U19‐WM ihre neue Haarfarbe erhalten haben, ist Lindow‐Gransee, da dort viele ehemalige der VCO‐ler spielen und die Stimmung einmalig ist.

2. Bundesliga Süd Männer 

Blue Volleys Gotha – AlpenVolleys Haching II 

„Klassenerhalt“, so lautet das Ziel der beiden Kontrahenten dieser Auftaktbegegnung. Alles andere wäre auch erstaunlich gewesen. Denn im letzten Jahr waren beide Mannschaften Teil des sieben Teams starken Mittelfelds. Zwischen Platz fünf und elf lagen nur sechs Punkte. Dieser Umstand war auch für Trainer Jonas Kronseder von den Thüringern die Überraschung der letzten Saison. Bei der Kaderplanung standen bei beiden Klubs die Zeichen auf Rotation. Jeweils sechs neue Spieler wollen beide Trainer ins Team integrieren und mit „harter Arbeit in jeder Trainingseinheit und Spaß“ (Gotha‐ Coach Kronseder) tauglich für die Bundesliga machen.

TSV Grafing – TGM Mainz‐Gonsenheim 

Zweiter und laut den meisten Trainerstimmen Top‐Favorit auf die Meisterschaft gegen den Dritten der vergangenen Saison. Dieses Spiel verspricht einen knackigen Start für beide Mannschaften in die Spielzeit 2019/20. Mit „Idealismus und nur drei Mal Training“ pro Woche möchte der Mainzer Trainer Manuel Lohmann ein Team formen, das aus vielen jungen Spielern der 3. Liga und Routiniers aus der vergangenen Spielzeit besteht. Die Favoritenrolle gibt Lohmann direkt an Grafing weiter, da auch er die Bayern als potentiellen Aufsteiger einschätzt. Kadertechnisch formuliert der Grafinger Kapitän Fabian Wagner einen identischen Plan wie die Rhein‐Main‐Städter. „Wenn alte Hasen und junge Hüpfer eine Mannschaft geworden sind“, haben die Oberbayern ihrer Meinung nach eine erfolgreiche Saison gespielt. Wer schauen möchte, wie sich die Rand‐Münchner in dieser Spielzeit schlagen, kann das nun bei den Heimspielen auch live auf sporttotal.tv tun. 

SV Schwaig – L.E. Leipzig 

Die Leipziger sind nach einem Jahr in Liga drei wieder zurück in der Bundesliga. Der eine oder andere Spieler hängt vielleicht noch dem Sieg in der Relegation nach, durch den der Klassenerhalt in diesem Jahr die oberste Priorität bei Trainer Christoph Rascher hat. Auch wenn es nicht gleich gegen den beliebten Rivalen aus Delitzsch geht, freuen sich die Aufsteiger aus Sachsen auf das Duell gegen die favorisierten Franken. Der im letzten Jahr fünf Punkte vom Abstiegsplatz entfernte SV Schwaig möchte in dieser Saison in der Tabelle den Blick nach oben wagen und sich unter den ersten Sechs platzieren. Ob der „kleine Spielerkader“ eine Stärke oder Schwäche für dieses Unterfangen ist, wird sich im Saisonverlauf zeigen. Die Trainer anderer Vereine haben ihr Urteil dahingehend schon getroffen. Sie schreiben den Schwaigern neben Grafing die größten Chancen auf die Meisterschaft zu. 

TuS Kriftel – TV/DJK Hammelburg 

Die TuS Kriftel ist einer von drei Liganeulingen und wird vom TV/DJK Hammelburg in der 2. Bundesliga begrüßt werden. Die Aufsteiger aus Südhessen werden schon im ersten Spiel versuchen, die ersten drei Punkte gegen den Abstieg zu sammeln. Den gleichen Plan verfolgen die Unterfranken, nachdem alle Führungsspieler, die das Team einst aus der Bezirksliga in die Bundesliga leiteten, die Mannschaft verlassen und somit eine „Zeitenwende“ eingeläutet haben, wie Olly Wendt Pressesprecher beim TV/DJK Hammelburg betont. Die schlechte Auswärtsbilanz aus dem letzten Jahr wollen die Hammelburger in der Weingartenhalle vergessen machen und ihren neuen Teamgeist, der durch den Trainerwechsel erwachte, aufs Feld übertragen. Der eine oder andere neugierige Hammelburger Volleyballfan dürfte sich möglicherweise auch ins zwei Stunden entfernte Rhein‐Main‐Gebiet verirren. Denn die Volleyballbegeisterung unter den 11.000 Einwohnern wird auch in diesem Jahr ungebrochen sein. 

GSVE Delitzsch – TSV Mimmenhausen 

Liganeuling in diesem Jahr und Aufsteiger aus der vergangenen Spielzeit begegnen sich zum Saisonauftakt in der Artur‐Becker‐Sporthalle. Die Sachsen müssen sich nun von ihren positiven Erinnerungen an den Aufstieg drei Spieltage vor Schluss frei machen und auf Bundesliga‐Volleyball einstellen. Die Mimmenhäuser vom südlichsten Ende Deutschlands haben nach dem Ergebnis der letzten Saison nichts zu verschenken. Am Ende waren es drei Punkte, die über Klassenverbleib und Abstieg entschieden haben. Inwiefern die neuen Bälle von Mikasa, die Black Wall Ultras Mimmenhausen oder der Trainingsauftakt erst zwei Wochen vor Saisonstart einen Einfluss auf das Spielgeschehen haben, vermag auch im Verein noch niemand zu sagen. Saisonziel für beide Teams ist der Klassenerhalt, wobei für die Männer aus Delitzsch ein entscheidendes zweites Projekt ausgerufen wurde: Zwei Derbysiege vor 800 Zuschauern gegen Leipzig und eine Platzierung vor den Messestädtern. 

FT 1844 Freiburg – SSC Karlsruhe 

Das Duell Süd‐ gegen Nordbaden findet nach dem sportlichen Abstieg des FT 1844 Freiburg mithilfe einer Wildcard eine Wiederholung. Der demütige Freiburger Teammanager Florian Schneider sagt: „Uns hat es am Ende getroffen – mit Recht.“ Für den Karlsruher Teammanager Alexander Burchartz war dieser Abstieg trotz „eines relativ guten Kaders“ eine echte Überraschung. Damit das Abstiegsgespenst kein zweites Mal in den Breisgau kommt, wurde neben der Konzentration auf junge Talente auch die Verpflichtung zweier internationaler Spieler bekannt gegeben. Der Australier Celeb Watson und der Brite Rupert Scott sowie Jonathan Schönhagen vom SV Schwaig sollen der Mannschaft die vermisste Stabilität verleihen. Die Professionalisierung auf dem Spielfeld geht mit der Optimierung der Bedingungen daneben einher. Eine neue Spielhalle und die Übertragung durch sporttotal.tv leisten dazu ihren Beitrag. 

VYS Friedrichshafen – VI Frankfurt 

Die beiden Teams mit dem geringsten Durchschnittsalter der Liga treffen gleich zu Beginn dieser Spielzeit aufeinander. Die Häfler vom Bodensee freuen sich, dass schon am ersten Spieltag dieses Duell der Altersgenossen ausgespielt wird. Die Frankfurter hingegen fiebern mehr der Begegnung mit der TuS Kriftel entgegen, da einige aktuelle Spieler ihre Volleyball‐Sozialisation dort erfahren haben. Ausgangssituation und Ziele sind für beide Mannschaften gleich: Junge Spieler, teilweise aus dem Jahrgang 2003/04, ohne Verletzungen individuell weiterentwickeln und optimal ausgebildet an Klubs aus der 1. Bundesliga abgeben. Schwierig beim Kampf um Punkte könnte die geringe Erfahrung sein. Diese Unbekümmertheit könnte jedoch ebenso ein Pfund werden. Damit die Liga‐Küken konkurrenzfähig werden, lassen Dominic von Känel, Bundestrainer U17‐U19 in Frankfurt, und Adrian Pfleghar, Stützpunkttrainer in Friedrichshafen, bis zu 30 Stunden pro Woche trainieren.

2. Bundesliga Süd Frauen 

VV Grimma – TV Dingolfing 

  Der Meister der 3. Liga Süd reist zum Zweitliga‐Urgestein in die „Muldentalhölle“, wie Grimmas Trainer Ronny Lederer die eigene Heimstätte nennt. Vor ihrem leidenschaftlichen Publikum wollen sich die Damen aus Sachsen die ersten drei Punkte der Saison verdienen. Mit ihrer „Mischung aus Routiniers und Rookies“ (Lederer) und ihrem neuen Trainer soll der Blick in diesem Jahr von Platz acht in der Vorsaison vorsichtig nach oben gerichtet werden. Die Aufsteigerinnen aus Oberbayern möchten vor allem „verletzungsfrei durch die Saison kommen und den Klassenerhalt sichern“, wie Trainer Andreas Urmann erklärt. Beim Blick auf die Favoriten für die Meisterschaft zählt Dingolfings Trainer drei Teams auf: TV Holz, VC Neuwied und möglicherweise die Überraschungsmannschaft SV Lohhof, die sich personell verstärkt hat und sich durch ihre Routine auszeichnet.

TV 05 Waldgirmes – Rote Raben Vilsbiburg II 

Die junge Mannschaft aus Vilsbiburg hat in der vergangenen Saison alle überrascht ‐ vor allem sich selbst. Durch den Weggang einiger langjähriger Spielerinnen und dem Trainerwechsel, wagt Vizepräsident Erwin Wiesmeier nicht von der Wiederholung des zweiten Platzes zu sprechen. Er hofft für die Spielerinnen des Rabenhorsts auf den Klassenerhalt. Der letztjährige Aufsteiger Waldgirmes ist in der 2. Bundesliga angekommen. Die Erfolge gegen erfahrenere Zweitliga‐Mannschaften sprechen für sich. Der personelle Umbruch lässt aber nicht mehr als den Klassenerhalt als Ziel zu. Somit steht auf der Liste der Prioritäten die Ausbildung von jungen Talenten bei beiden Klubs ganz oben. Weiterhin betonen beide Mannschaften „Teamgeist“ (Paula Hötschel, Spielerin Vilsbiburg) und „Zusammenhalt“ (Steffen Schulz, Teammanager Waldgirmes) und kommunizieren diesen online z. B. unter dem Hashtag #leidenschaftdieverbindet (Waldgirmes). Zwar nicht online, aber physisch werden Marianne und Manfred Pusch, die treusten Anhänger der Vilsbiburger Zweiten, auch in dieser Saison alle wichtigen Partien begleiten. 

proWIN Volleys TV Holz – AllgäuStrom Volleys Sonthofen 

Platz vier für den Aufsteiger proWIN Volleys TV Holz war neben dem Rückzug des VC Offenburg im vergangenen Spieljahr die große Überraschung. Durch diese Platzierung und die Transfers von Anna Schupritt (VC Offenburg), Kaylie Jorgenson (Northern Arizona University) und Mackenzie Rombach (Jacksonville State University) vermuten die Ligakonkurrenten nun bereits den Aufstieg in Liga eins in diesem Jahr. Die Verpflichtungen bedeuten aber keineswegs, dass die 1. Bundesliga vonseiten des TV Holz als Ziel ausgegeben wird. Die Etablierung bestehender Strukturen bei Mannschaft, Trainer und Helfern hat Vorrang. Sonthofens Teammanager Achim Flick lässt sein Team an keinem Ziel messen: „Wir setzen uns kein offizielles Saisonziel.“ Ausschließlich die Integration der beiden neuen jungen Spielerinnen und eine begeisternde Serie für das Publikum wünscht er sich. Die Zuschauer haben sich genau das nach Meinung der Teamverantwortlichen fast aller Vereine der Liga verdient, denn die Allgäuhalle ist die beliebteste der ganzen Liga. Das zweite außergewöhnliche Merkmal der Sonthofenerinnen ist ihre Trainerin Veronika Majova. Sie ist die einzige Cheftrainerin der gesamten Liga. Geht es nach den Wünschen der Allgäuerinnen soll sich das Verletzungspech aus dem vergangenen Jahr nicht wiederholen. 

SV Lohhof – VC Neuwied 77 

Nach dem dritten Platz in der vergangenen Spielzeit schließt Trainer Dirk Groß nicht an die letztjährige Platzierung an, sondern gibt den Nichtabstieg als Ziel für den VC Neuwied 77 aus. Dieser Umstand ist vermutlich den fünf Transfers und dem neuen Trainerteam geschuldet. Insgesamt bleibt die Mannschaft vom Rhein eine Wundertüte, da das „Team noch nicht komplett ist und in der Entwicklungsphase steckt“, wie Groß betont. Die Mannschaft vom SV Lohhof platzierte sich in der vergangenen Saison im Mittelfeld. In diesem Jahr soll die obere Tabellenhälfte angegriffen werden. Dafür wurden Nikola Ziegmann und Lilian Engemann vom TSV Sonthofen, Nora Losert vom TSV Eibelstadt sowie Elisabeth Kettenbach verpflichtet. Die Münchnerinnen gehen motiviert in die neue Spielzeit und brennen für den Volleyballsport wie ihr Hashtag #girlsonfire unterstreicht. 

TV Planegg‐Krailling 

Die Spielerinnen vom TV Planegg‐Krailling stellen sich für ihr erstes Saisonspiel am 28. September beim VC Neuwied auf ein ganz schweres Spiel ein. Trainer Sven Lehmann sieht den „starken Kader um den erfahrenen neuen Trainer“ Dirk Groß am Ende der Saison an der Spitze der 2. Bundesliga. Trotzdem hoffen die Bayerinnen darauf, ihre „Anfangsnervosität abzulegen“, da sie „kein Liganeuling mehr sind“ und „wissen, was in der 2. Bundesliga so los ist“, sagt Libera Nadine Rass. Trainer Lehmann versucht mithilfe von Motivationsvideos vor dem Spiel alle Spielerinnen ein letztes Mal einzuschwören, um auch gegen den Aufstiegsaspiranten möglicherweise Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln. Auf dem Feld soll dieser Plan mit „unkonventioneller Spielweise“ und „starkem Abwehrspiel“ verfolgt werden, sagt Diagonalangreiferin Chantal Martin. Zum Stolperstein könnte jedoch die geringe Durchschnittsgröße im Angriffsspiel werden. Kreative Ideen sollen dabei helfen, den gegnerische Block Punkt um Punkt zu überwinden. 

VCO Dresden 

Die Dresdnerinnen starten mit dem Spiel gegen den TV Dingolfing am 28. September in die Jubiläumssaison zum 20‐jährigen Bestehen. Platz fünf aus der Vorsaison lässt die Erwartungshaltung im Umfeld des Teams wachsen. „So sehr mich ein gutes Abschneiden in der Liga freuen würde, so wenig dürfen wir vergessen, dass es hier um Ausbildung von Talenten geht“, sagt Trainer Andreas Renneberg. Das Team muss einige personelle Veränderungen verkraften: Kapitänin Deborah Scholz (Potsdam) verließ den VCO ebenso wie Josy Quell (unbekannt), Elena Kömmling (Grimma/Erfurt) und Mia Stauß (Erfurt). Nichtsdestotrotz kann das junge Team um die neue Kapitänin Sarah Straube auf eine gewisse Erfahrung zurückgreifen. Einige Spielerinnen glänzten auf internationaler Bühne bereits mit den Nationalteams ihrer Jahrgänge, andere kamen auch schon in der 1. Bundesliga zum Einsatz. Trainer Renneberg ist nicht nur von seiner Mannschaft begeistert, sondern auch vom rührigen Umfeld in Dresden, das perfekte Rahmenbedingungen für den sportlichen Erfolg schafft. „Der Eigenanspruch der Mädels ist sehr hoch, so dass ich ihnen durchaus sehr viel zutraue in der Liga. Wenn der Fokus und die Energie stimmen, können wir jedes Team schlagen. Davon bin ich überzeugt“, sagt Renneberg. 

VC Wiesbaden II 

Am 29. September beginnt für die Hessinnen die Spielzeit 2019/20. Gegen den TV 05 Waldgirmes soll sich die intensive Vorbereitung mit vorheriger Leistungsdiagnostik und den vielen Stunden im Kraftraum auszahlen. Im letzten Jahr erreichten die Landeshauptstädterinnen Platz elf und spielten gegen den Abstieg. 

Allianz MTV Stuttgart II 

Nach dem Abschied von vielen langjährigen Spielerinnen bei Allianz MTV Stuttgart II kommen 16 neue Akteurinnen in den nun 21‐köpfigen Kader. Das Jugend‐ und Ausbildungskonzept in Stuttgart wirkt. Deshalb ruft Trainer Johannes Koch auch kein Saisonziel aus. „Der Tabellenplatz spielt eine untergeordnete Rolle.“ Stattdessen konzentriert er sich auf „die Entwicklung der Spielerinnen“. Optimal wäre, wenn am Ende der Saison 2019/20 alle verletzungsfrei durch die Spielzeit gekommen wären und sich jede Sportlerin athletisch, spielerisch und mental weiterentwickelt hätte. Dafür stehen den Schwäbinnen neue Trainingshallen und ‐zeiten zur Verfügung. Der Top‐Favorit auf die Meisterschaft ist für Bojan Slegel, den Leiter der Volleyballakadamie Stuttgart, nicht eindeutig zu bestimmen. Der TV Holz könnte sich zum Titelanwärter aufspielen, da Trainerteam und Spieler aus der letzten Saison zusammengeblieben sind und Spielerinnen aus dem Ausland an den Verein gebunden werden konnten. Das erste Spiel der Stuttgarterinnen findet am 12. Oktober gegen den VV Grimma statt.

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